Franz Kafka - hochdeutsch und plattdeutsch nebeneinander

Und plötzlich mögen alle Kafka!

Posted by Start Bootstrap on 11th Jul 2014

Franz Kafka und Plattdeutsch

Als ich mal wieder mit Kafka hochkant im Bett saß, mit seiner Erzählung “Ein Bericht für eine Akademie”, drängte sie sich mir mit Hartnäckigkeit plattdeutsch auf – bis mir die Frage entstand: Kann jener Schimpanse, der Anfang des 20. Jahrhunderts von Tierfängern der Firma Hagenbeck auf einem Frachtschiff von Afrika nach Hamburg gebracht wurde, anders als plattdeutsch zur Sprache gekommen sein?

Ich wusste, nach Auffassung von Sprachwissenschaftlern gilt Plattdeutsch für literarisch anspruchsvolle Texte als zu begrenzt. Plattdeutsch habe keine Hochsprache über den Dialekten entwickelt, wie es heißt. Aber damit spricht man plattdeutscher Kultur ab, sich bis ins Kleinste äußern zu können.

Kafkas Gefährtin, Dora Diamant, hinterließ folgenden Satz: „Deutsch ist eine allzu moderne, allzu heutige Sprache. Kafkas ganze Welt verlangt nach einer älteren Sprache.“

Ich übertrug jene Erzählung in das Platt, von dem ich meine ersten 21 Jahre umgeben war, in das Platt meiner vollkommen plattdeutschen Sippe, die aus der Stadt Schleswig und aus der nördlich davon liegenden Landschaft Angeln in Nachbarschaft zu Dänemark stammt. Ich ging mit dem Text auf Lesereise. Er kam dermaßen gut an, dass ich ihn unter dem Titel „Und plötzlich mögen alle Kafka“ hochdeutsch und plattdeutsch nebeneinander veröffentlichte. – Stimmen dazu s. u. www.leierliest.de

Für das Reibeisen 2021 habe ich einen Auszug aus Kafkas Text „Der Bau“ hochdeutsch und plattdeutsch nebeneinander übertragen.

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Kritiken: Franz_Kafka.pdf